JAJ

Autorin

Über mich:

Als Kind gehörte ich der Spezies helluo librorum an: Ich war ein Bücherwurm und der Gang zur Stadtbibliothek beinahe ebenso wichtig wie Essen und Trinken. Neben den Erzählungen von Astrid Lindgren und Michael Ende verschlang ich alles, was mit Sagen und Märchen zu tun hatte. Nicht weiter verwunderlich, wuchs ich doch in der schönen alten Kaiserstadt Goslar auf, über deren kopfsteingepflasterten Gassen und geduckten Fachwerkhäusern stets ein Hauch von Geschichte und Geheimnis hängt, sofern man empfänglich für derlei Eindrücke ist. Nun, ich war empfänglich dafür und bin es heute noch. Mehr als vor Monstern unter dem Bett fürchtete ich mich vor der schnöden Realität, also bevölkerte ich diese mit Ideen, die sich reichlich in meinem Kopf tummelten. In jedem Winkel und hinter jedem Baum sah ich das Geheimnisvolle und versetzte damit Verwandtschaft, Freunde und Mitschüler in Erstaunen. Nicht selten riefen meine bizarren, zumeist düsteren Einfälle Unverständnis, Spott und bisweilen Entsetzen hervor.

Irgendwann während der Grundschulzeit packte mich der Ehrgeiz, diese Gedanken zu Papier zu bringen. Mein erstes diesbezügliches Vorhaben trug den Titel "Erbschaft mit Hindernissen" und erschien als Doppelband, in Form zweier handgeschriebener karierter DIN-A-4-Hefte.

"Erbschaft mit Hindernissen"

Neben Wortwiederholungen und genüsslich ausgebreiteten Klischees wimmelt es in der Geschichte von unheimlichen Gestalten und schaurigen Orten. Der leichte Krimi-Einschlag lässt sich wahrscheinlich zurückführen auf den exzessiven Konsum von "Die drei ???"-Büchern und -Hörspielen, die neben der Gruselserie von Europa (für die ich laut Altersempfehlung noch zu jung war, was einen nicht unerheblichen Reiz beinhaltete) mein Kassetten-Karussell füllten.

Wenige Jahre später lernte ich, neben den bekannten Größen wie Poe, Kafka oder Lovecraft, die Werke zahlreicher anderer Literaten des Phantastischen kennen und schätzen. Erwähnen möchte ich Blackwood, Machen, C. A. Smith und Hodgson, ebenso Hesse und Meyrink, deren Erzählungen mich geprägt haben. Aber auch modernen Autoren wie Stephen King, Clive Barker oder, heute, Tim Curran, um hier ebenfalls einige zu nennen, fühle ich mich nicht weniger zugeneigt.


Lehre und Studienzeit sowie eine Umschulung zur Physiotherapeutin nebst Fitnesstrainer-Ausbildung ließen das literarische Schreiben viele Jahre in Vergessenheit geraten. Erst im Zuge der Elternzeit für meine Kinder fand ich kurioserweise eher zufällig zu der Tätigkeit, die inzwischen den Großteil meiner freien Zeit einnimmt: Im Netz stieß ich auf eine Ausschreibung zu H. P. Lovecraft, und unvermittelt sprang mich der Gedanke an, zu versuchen, ob ich dazu nicht auch etwas Sinnvolles zustande brächte. Wider Erwarten wurde die Geschichte angenommen. Nun hatte ich Blut geleckt und durchforstete die einschlägigen Autorenforen nach passenden Ausschreibungen. Im Zuge dessen legte ich mir das Pseudonym "Julia Annina Jorges" zu, denn schließlich konnte der erste, rasche Erfolg gut dem Zufall geschuldet sein. Ein Scheitern des Versuchs, als Autorin Fuß zu fassen, hätte ich auf diese Weise leichter abhaken können, als wenn mein bürgerlicher Name damit verbunden gewesen wäre. Obwohl dieser keiner zeugenschutzprogrammmäßigen Geheimhaltung unterliegt, blieb es bei dem inzwischen leidlich etablierten Pseudonym.


Absonderliche Ideen und (Alp-)Träume in Geschichten zu betten, ihnen Leben einzuhauchen und eine Stimme zu geben, fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Mittlerweile habe ich zwei längere Projekte abgeschlossen, die dem interessierten Leser spätestestens im Herbst 2019 zur Verfügung stehen werden. Ein dritter Roman, mit dem ich freilich dem Phantastik-Genre untreu werde, erscheint im August 2018 unter meinem frisch aus der Taufe gehobenen Pseudonym Jule Fuchs. Selbstverständlich sind auch weitere Werke, die den Leser in dunkel-phantastische Welten entführen, in Planung. Im Kurzgeschichtenbereich wird es mit einiger Wahrscheinlichkeit und etwas Glück noch im laufenden Jahr ein bis zwei Veröffentlichungen geben, eine weitere steht für das Folgejahr fest.


Wenn ich nicht gerade am Schreibtisch sitze oder familiäre Belange meine Aufmerksamkeit erfordern, werkele ich im Garten, höre Musik oder laufe – die beiden letzten Punkte gern in Kombination und unter Bevorzugung dunkler (was auch sonst?) Klänge.